Rückblick

In Sachen Stiftungsgründung sind wir erfreulicherweise einen großen Schritt vorangekommen. Wie auch in der lokalen Presse berichtet worden ist, hat am 8. Februar die Unterzeichnung des Stiftungs-Treuhandvertrages mit der Bürgerstiftung Vorpommern stattgefunden. Damit existiert die Stiftung Schwedisches Kulturerbe in Pommern als nicht rechtsfähige Stiftung mit eigenem Konto – das durch die Bürgerstiftung Vorpommern bei der Volksbank verwaltet wird – und eigener Satzung. Gemäß letzterer konstituierte sich am 17. April das Stiftungskuratorium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Jens E. Olesen; die anderen Mitglieder sind als sein Stellvertreter Herr Georg Döll, Herr Michael Clavén und Herr Ivo Asmus. Ein fünftes Mitglied, das insbesondere für Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich sein soll, wird noch gesucht!

Auch ist es uns gelungen, das Vereins- und Stiftungskapital im vergangenen Jahr weiter zu vermehren. Erfreulicherweise konnten wir sowohl die Pommersche Evangelische Kirche als auch mehrere Privatpersonen als Stifter gewinnen. Außerdem wird uns die Stadt Greifswald nach Gründung der Stiftung (s. o.) mit 1.000 € unterstützen. Auf unsere Stiftungsanfrage an Herrn Prof. Dr. h. c. mult. Berthold Beitz von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung haben wir leider eine abschlägige Antwort erhalten.
Am Dienstag, dem 1. November 2011, sprach Herr Dr. Joachim Krüger (Lehrstuhl für Nordische Geschichte, EMAU Greifswald) um 19:00 Uhr im Remter des Kulturhistorischen Museums in Stralsund über folgendes Thema: Der dänische Oberst Holk - vom Verteidiger Stralsunds zum Gegner Gustavs II. Adolf. Einladende zu dieser Veranstaltung sind das Kulturhistorische Museum Stralsund, die Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. und der Förderverein schwedisches Kulturerbe in Pommern e.V..
Am 8. Mai 2011 gab es im Rahmen des diesjährigen Nordischen Klangs eine schwedenzeitliche Führung durch Greifswald. Dabei zeigte unser Vereinsmitglied und Kunsthistoriker Felix Schönrock einen Querschnitt aus der Greifswalder Baugeschichte während der Schwedenzeit. Auf dem Programm standen u.a der barocke Wiederaufbau des Doms nach dem Sturm von 1650, der Wiederaufbau des Rathauses in den Jahren 1724-1736, das Hauptgebäude der Universität, aber auch die Baugeschichte von Greifswalder Wohngebäuden. Die von unserem Verein initiierte Führung stieß auf große Resonanz (ca. 80 Teilnehmer) und wurde dank des umfangreichen Wissens von Felix Schönrock zu einem großartigen Erlebnis schwedenzeitlicher Spuren in unserer Stadt.
Am 7. Mai 2011 fand unsere diesjährige Mitgliederversammlung in Barth statt. Nach einer Führung durch die Barther Marienkirche tagten wir im Adligen Fräuleinstift.
Am Donnerstag, dem 5. Mai 2011, sprach Frau Lisett Loth im Gemeinderaum der Domgemeinde über folgendes Thema: "Der Sarkophag des Generals Burchard Müller von der Lühne aus dem Jahr 1671? Untersuchungen zur Schadenskartierung für eine denkmalpflegerische Zielstellung". Der Vortrag fand in Zusammenarbeit unseres Vereins mit dem Förderverein Dom St. Nikolai zu Greifswald statt.
Neue Schirmherrschaft

Am 24. März 2011 schrieb uns der schwedische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Herr Staffan Carlsson, an. Er teilte uns mit, dass er gerne die Schirmherrschaft über unseren Förderverein übernimmt. Damit führt er die bereits von seinen Amtsvorgängern, Frau Ruth Jacoby und Herrn Carl Tham, ausgeübte Position fort.
Fünffache Einladung

Gleich fünf Institutionen laden gemeinsam zu einem historischen Vortrag ein: die Kreisgruppe Pasewalk der pommerschen Landsmannschaft, der Förderverein Schwedisches Kulturerbe in Pommern, das Staatliche Schulamt Neubrandenburg, das Museum der Stadt Pasewalk und die Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst. Am Mittwoch, dem 16.Februar 2011, 15 Uhr, spricht im Kreistagssaal des Landratsamts Pasewalk Herr Ivo Asmus, wissenschaftlicher Bibliothekar und Historiker, über »Carl Gustav Wrangel – schwedischer Generalgouverneur von Pommern und ›pommerscher Fürst‹ «.

Wrangel (1613–1676) war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in Pommern, nachdem 1637, mitten im Dreißigjährigen Krieg, das pommersche Herzogshaus im Mannesstamm ausgestorben war. Als 1648, am Ende des Krieges, Pommern geteilt wurde, fielen das gesamte Vorpommern und ein Streifen von Hinterpommern mit Stettin unter die Herrschaft der schwedischen Krone. Generalgouverneur des »schwedischen« Pommern, zu dem 65 Jahre lang auch Pasewalk, Ueckermünde und Anklam gehörten, wurde der Feldmarschall Carl Gustav Wrangel.

Als Generalgouverneur war er Statthalter des schwedischen Königs in dessen Würden als Herzog von Pommern und Fürst von Rügen. Er amtierte in den alten pommerschen Herzogsresidenzen Stettin und Wolgast und ließ stattliche Schlösser auf dem Lande als seine Wohnsitze entstehen. Inoffiziell erhielt er darum die Bezeichnung »pommerscher Fürst«. Zum Grafen und Freiherrn erhoben, hatte er als schwedischer Reichsadmiral und danach als Reichsmarschall (Reichsfeldherr) und damit als Inhaber eines der fünf höchsten Reichsämter erheblichen Einfluss auf die schwedische Großmachtpolitik Mitte des 17. Jahrhunderts.

Darum ist ein aufschlussreicher Vortrag zur Geschichte Pommerns in seiner Schwedenzeit zu erwarten.
Am 06.09.2009 fand in Griebenow ein Benefizkonzert zu Gunsten der zu gründenden Stiftung Schwedisches Kulturerbe in Pommern statt.

Am 22.08.2009 wurden im Rahmen des Denkmaltages in Wolgast Führungen durch das Museum Wolgast, der sogenannten Kaffeemühle angeboten. Unser Vereinsmitglied Felix Schönrock ging dabei auf die neuen Erkenntnisse zur Baugeschichte ein, die unsere Inventarisierungsgruppe beim Probelauf im März 2007 und bei nachfolgenden Recherchen gewonnen hat.

Am 15.07. und 29.07.2009 waren Vertreter unseres Vereins in Falkenhagen. Das Gutshaus in der Nähe von Reinberg, Landkreis Nordvorpommern, stammt aus der Zeit um 1690/1700 und gehört zu den besterhaltenen Denkmalen schwedenzeitlicher Architektur in Vorpommern, ist aufgrund ungewöhnlicher Details sogar als einzigartig zu bezeichnen. Durch den Bauforscher Jens Christian Holst auf den Handlungsbedarf aufmerksam gemacht, erhielten wir vom Eigentümer die Erlaubnis, Haupthaus, Seitenflügel soweit unbewohnt und Wirtschaftshaus zu inventarisieren. Nach der ersten Vorortbegehung durch die Vereinsmitglieder Sybille von Raven, Georg Döll, Felix Schönrock und Michael Clavén werden Bestandsaufnahme vor Ort und Literaturrecherche jetzt von Felix Schönrock und Michael Clavén durchgeführt.

Das Kultusministerium Mecklenburg-Vorpommern stellt rund 109.000 Euro für die modellhafte Dokumentation und touristische Verwertung des Kulturerbes aus der Schwedenzeit zur Verfügung. Das Geld wird über das Exzellenz Förderprogramm (EFP) aus Mitteln des Zukunftsfonds M-V bereitgestellt. Der Projektantrag wurde unter Federführung des Historikers Prof. Dr. Jens E. Olesen von der Universität Greifswald, sowie des Fördervereins Schwedisches Kulturerbe in Pommern e.V. erarbeitet und eingereicht. Das Projekt soll bis 2010 laufen und anschließend auf weitere Regionen ausgedehnt werden. Ebenfalls im Mai 2009 ist ein neues Projekt angelaufen. An der Universität Greifswald konnten in Zusammenarbeit mit dem Verein zwei halbe Stellen für die erste Kampagne der Inventarisierung geschaffen werden. In zwei Jahren soll als Modellprojekt der Landkreis Ostvorpommern inventarisiert werden. Nach ersten Recherchen und Vorortbegehungen sind 50 Objekte ausgewählt worden, welche näher untersucht werden sollen. Unser Förderverein wird dabei Unterstützung durch den Projektkoordinator auf dem Gebiet der Bauforschung geben.

Ab Mai 2009 wurde dem Förderverein eine befristete Stelle für einen Projektkoordinator durch die ARGE Greifswald bewilligt. Aufgabe des Koordinators ist es, den Kontakt mit dem LEAD-Partner unseres Inventarisierungsprojektes, der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, speziell dem Lehrstuhl für Nordische Geschichte am Historischen Institut, aufrecht zu erhalten. Außerdem vertritt er die Interessen des Vereins auch in der Zusammenarbeit mit anderen Partnern und den Behörden. Aufgabe des Projektkoordinators ist es, gemeinsam mit dem LEAD-Partner einen Antrag auf Mittel der Europäischen Union für das Inventarisierungsprojekt „The Swedisch Cultural Heritage in Pomerania, Documentation and Cultural Marketing“(Förderprogramm „South Baltic Cross Border Co-operation“) zu erarbeiten. Dabei werden die vom Verein bereits ehrenamtlich erarbeiteten Grundlagen in das Projekt einfließen. Der Projektkoordinator wird sowohl bei der Vorbereitung der Bestandsaufnahme als auch in der ersten Phase der Durchführung die am Projekt beteiligten Partner durch seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Baugeschichte beraten und unterstützen. Die Stelle wurde mit unserem langjährigen Mitglied Michael Clavén besetzt. Sie ist zunächst bis zum Jahresende befristet. Wir hoffen, diese verlängert zu bekommen.
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